ES LIEGT EIN SCHATZ

IN DEN MENSCHEN

JAINABA

»MIT GEDULD UND ZUVERSICHT«
- Jainaba -

JAINABA - MIT GEDULD UND ZUVERSICHT

Ich habe nie die Hoffnung verloren, dass ich meine Tochter eines Tages wieder in die Arme schließen kann. Doch bis es endlich Ende letzten Jahres so weit war, habe ich viel Geduld gebraucht. Da ich noch nicht so gut Deutsch sprach, war Vieles für mich sehr schwer. Es mussten Fristen für die Anträge eingehalten werden, Botschaften kontaktiert, Nachweise vorgelegt werden. Nur mit Hilfe meiner Ansprechpartnerin von der Diakonie hat dann alles geklappt. Wir fuhren zusammen an den Flughafen.

Das war der glücklichste Tag in meinem Leben.

Anfangs fühlte sich meine Tochter hier sehr einsam, denn sie konnte wegen Corona nicht in die Schule gehen und Gleichaltrige kennen lernen. Aber sie ist sehr sprachbegabt, spricht fünf Sprachen und hat gleich angefangen, Deutsch zu lernen.

 

Wir haben nun zusammen eine kleine Wohnung und ich mache eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin. Diese Arbeit macht mir sehr viel Spaß, die alten Menschen sind so dankbar. Wenn ich die Ausbildung abgeschlossen habe, möchte ich mich anschließend zur Altenpflegerin weiter qualifizieren.

 

Hier erinnert mich vieles an meine Heimat Gambia. Es gibt einen großen Fluss, alles ist so grün und die Menschen sind freundlich. Seit ich hier bin, habe ich zu mir gefunden. In Gambia hatte ich keine Zukunft.

 

Es war gut, dass ich meinem Herzen gefolgt bin.

Als ich noch ein Kind war, starb mein Vater und meine Mutter heiratete wieder. Mein Stiefvater war sehr streng. Mit 18 Jahren wurde ich ungewollt schwanger. Ich bekam eine Tochter und sollte mit einem alten Mann verheiratet werden. Er verlangte von mir, mich voll zu verschleiern und das Haus nur mit seiner Erlaubnis zu verlassen.

 

Doch ich wollte unabhängig sein und selbst über mein Leben bestimmen. Mit etwas Geld, das ich von meinem Vater geerbt und gespart hatte, habe ich mir dann ein kleines Lebensmittelgeschäft aufgebaut. So konnte ich für mich und meine Tochter sorgen.

 

Meine Familie ließ mich aber nicht in Ruhe. Ich sah keine andere Möglichkeit, als das Land zu verlassen. Meine Tochter vertraute ich einer guten Freundin an und besuchte einen Onkel im Senegal. Er machte mir Mut, nach Europa zu gehen. In Mali traf ich Bekannte, die nach Italien wollten. Ich ging mit ihnen. Unser Weg führte über Libyen. Hier kam ich für sechs Monate ins Gefängnis.

 

Das war eine sehr schlechte Zeit.

Wir wurden wie Sklaven behandelt.

Ich weinte oft.