ES LIEGT EIN SCHATZ

IN DEN MENSCHEN

ALEXANDER

»ES MUSS SICH ETWAS ÄNDERN«
- Alexander -

ALEXANDER - ES MUSS SICH ETWAS ÄNDERN
 

Es treibt mich um, dass so wenig in die Tiefe gegangen wird. Fast alle Geflüchteten haben Traumatisches erlebt und ein schwieriges Leben geführt. Sie haben sich die Entscheidung, ihr Land zu verlassen, nicht leicht gemacht. 

 

Ich habe das Gefühl, dass hier oft nach einem Schema vorgegangen wird und man nicht sieht, 
dass es Menschen sind, die zu uns kommen.

In unserer Gemeinde herrschte anfangs große Skepsis, als 2016 in einem Industriegebiet nahe der S-Bahn-Station 140 überwiegend junge Männer untergebracht wurden. Die Angst vor Übergriffen stellte sich jedoch als unbegründet heraus. Durch die Lage der Unterkunft gut drei Kilometer vom Ortskern entfernt, gab es aber kaum Berührungspunkte zwischen den Neuankömmlingen und den Einwohnern. So war Integration und gegenseitiges Kennenlernen schwierig.

 

Eine Bürgerversammlung brachte dann die Veränderung. Wie viele aus unserem Ort begleiten seitdem meine Frau Tessie und ich ehrenamtlich Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern. Wir sind inzwischen zu Experten geworden, was Fragen zum Aufenthaltsstatus, zur Familienzusammenführung oder zu Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Asylsuchende betrifft.

 

Dieser Austausch und die Zusammenarbeit haben unser Leben sehr bereichert und uns neue Horizonte eröffnet.

 

In unserem Engagement für Geflüchtete ist uns die Zusammenarbeit besonders wichtig: sei es mit anderen Ehrenamtlichen oder hauptamtlichen Mitarbeitern*innen von Diakonie und Kirche oder Gemeinden. Wir sind ja eher in diese Arbeit hineingestolpert und mussten uns in die Thematik erst einarbeiten. Heute fühlen wir uns als Teil einer Bewegung, die etwas erreichen kann.

 

Notfalls auch mit juristischer Unterstützung, wenn es gilt, etwas für die Geflüchteten durchzusetzen. Vor allem aber sehen wir unsere Aufgabe darin, die Schutzsuchenden hier zu integrieren, ihnen eine Perspektive zu eröffnen. Wir helfen beim Erlernen der deutschen Sprache und beim Schreiben von Bewerbungen. Wir begleiten bei der Suche nach Arbeit oder einem Ausbildungsplatz.

 

Mit Hossein verbindet uns inzwischen eine enge Freundschaft. Sein Weg von einem Flüchtling aus Afghanistan, der nur über eine geringe Schulbildung verfügte, bis zum Abschluss eines anspruchsvollen Ausbildungsberufes und einer anschließen- den Festanstellung in seinem Ausbildungsbetrieb ist beeindruckend und beispielhaft für andere, die wir begleitet haben.