ES LIEGT EIN SCHATZ

IN DEN MENSCHEN

TANJA

»DA GEHT MIR DAS HERZ AUF«
- Tanja -

TANJA - DA GEHT MIR DAS HERZ AUF

Ich muss etwas tun, das kann doch nicht sein, dass die Menschen, die bei uns Hilfe und Schutz suchen, allein gelassen werden. Das waren meine ersten Gedanken, als ich sah, wie überfordert viele Kommunen zu Beginn der ersten Fluchtbewegung 2015 waren. Als unsere Kirchengemeinde Ehrenamtliche für die Begleitung der Geflohenen suchte, war ich sofort dabei.

Diese Entscheidung habe ich keine Sekunde bereut, denn ich habe so viel dabei gelernt.

Die Arbeit mit den Geflüchteten ist manchmal schon belastend. Meist jedoch überwiegen die schönen Momente. Ich erinnere mich immer gerne daran, wie wir zum Frankfurter Flughafen gefahren sind, um die Familie einer jungen Frau aus Syrien abzuholen. Wenn so etwas gelingt, da geht mir das Herz auf.

 

Aber manchmal tauchen Erinnerungen an traumatische Erlebnisse wie aus dem Nichts auf und ein unbeschwertes Gespräch endet in Tränen und der Schilderung unmenschlichen Leids.

 

Um dies zu verarbeiten und mit solchen Situationen klar zu kommen, erhalten wir Ehrenamtliche regelmäßig Schulungen und Gesprächsangebote von unserem Pfarrer und den Mitarbeiterinnen der Diakonie. Und zum Glück habe ich auch die Unterstützung meiner Familie. Mein Mann ist in der Gemeinde aktiv und weiß, was es heißt, sich mit Herzblut und Engagement für andere einzusetzen.

 

Ich bin unendlich dankbar dafür,

dass ich hier leben darf.

 

In unserem Begegnungscafé treffen sich unterschiedliche Welten. Geflüchtete, Einheimische, Menschen aus den Kirchengemeinden oder Menschen ohne Bezug zu Religion. Verbindend ist der Wunsch, sich auszutauschen und kennen zu lernen, gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen. Im Gespräch kommt man sich näher. Kinder machen ihre Hausaufgaben und bekommen dabei Hilfe und ganz nebenbei werden Deutschkenntnisse eingeübt und verbessert.

 

Die Flüchtlinge wurden bei uns in einer Containersiedlung untergebracht, in der auch hilfsbedürftige hiesige Familien und Singles lebten. Das war eigentlich ganz gut, denn es bestand schon eine Untersützungsstruktur und -kultur in der Gemeinde mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen. Auch waren die Neuankömmlinge nicht so isoliert. Sie wurden sofort eingebunden in verschiedene Angebote, in Sprachkurse oder Sportaktivitäten. Es wurde gemeinsam gekocht, gefeiert und gelernt.

 

Es sind Freundschaften entstanden.