GESTERN NOCH IM MORGENLAND

 

Wenn Worte 
mehr wiegen 
als Taten.
Wenn ein Satz 
mehr sagt 
als Tausend
Morgen.
Wenn nur ein 
Gedicht ein 
ganzes Leben ist.
Ist dies die 
vollkommenste Form 
sich auszudrücken.

 

Mein Glück wird sein, das zu tun, wozu mich eine innere Stimme treibt; sonst will ich nichts. So Friedrich Nietzsche. Dem folge ich im Schrieben unermüdlich – wenn auch in Phasen. Es ist als suchte sich in mir eine Stimme ihren Weg. Sie fand ihn immer – ob in der Fotografie, der Musik, der Gestaltung, in der Kunst oder wie hier zu lesen – in Worten. Manchmal wünscht' ich, ich könne immer alles zur selben Zeit. Ich lernte – und nicht schmerzhaft – aber mit viel Geduld, nach und nach, einen Schritt, dann einen anderen zu gehen.

Die Kunst ist nicht alles zur selben Zeit beherrschen zu müssen, sondern hin und her wechseln zu können und diesen Wechsel dann als Gewinn und nicht als Verlust zu betrachten.

 

ALEXANDER-ATOLL

Aus Worten schafft er kleine Inseln
malt mit ihnen wie mit Pinseln

Worte sind sein Wegbegleiter

sind das Pferd für ihn den Reiter

 

Er trägt in sich ein helles Licht

nur dessen Schein erträgt er nicht

es macht ihm Angst, es gibt ihm Kraft

es macht dass er Besondres schafft

 

Er ist zerrissen, aufgewühlt

weil er die Wucht des Lebens fühlt

der setzt er sich mit Macht entgegen 

versucht zur Mitte hin zu streben

 

Chemnitz, Mannheim, Nirgendwo

er sucht und findet irgendwo

eine Heimat, einen Mann

in der er mit ihm leben kann

Wann immer und mit wem er landet

an welchem Ufer er je strandet

die Welt des Fühlens ist sein Schoß

und was er fühlt und denkt ist groß 

- Linnford Lavin Nnoli - 

 

 

Ein Geschenk an mich - welches ich für immer wie einen Schatz hüten werde. Aus den Jahren 2007 bis 2010. 

DER ZWEITE TAG

Am Leben
Klebend
Dunkel - Fetzen des
Zweiten ohne
Licht an mir

Bricht
Gischt
Am Meer Vergessen
Regenbogen
An mir auf

Bricht
DER ZWEITE TAG
Alles -
Dunkelt
An mir

Kein Meer mehr
Keine Welle kracht
Gicht ans Ufer
Kein Leben klebt
Mehr an mir auf

- Alexander Kästel - 

ALL YOU CAN EAT

In manchen Momenten

gleicht das Leben

einem großen Buffet

 

Wahnsinnig viele

süße Verlockungen

herzhaft - herzlich

 

Satt gefressen

fast übergeben

leicht bitter

 

"All you can eat"

stand auf der

Einladung

- Alexander Kästel - 

AUFZUGEBEN

Der Versuch aufzugeben scheitert meist daran,

dass wir zu sehr an den Dingen hängen

die uns abhängig machen.

 

Zigaretten,

Kaffee,

Leben,

Du.

- Alexander Kästel -

BIS IN DEN TOD

Ich bin bei Dir

bis ans Ende

unserer Tage.

 

Sooft gehört.

 

Ich hab's geglaubt

am Ende jenes Tages

 

Und bin nicht enttäuscht

dass wir beide weiterleben.

- Alexander Kästel -

DAS GESCHENK - GIOTTO

Was darf ich Dir noch schenken

außer der Liebe in meinen Händen

 

Die zart verletzt und langsam nimmt

was Dir und mir die Welt bestimmt

- Alexander Kästel -

DEIN NAME

Angenommen jedes Wort

das ich geschrieben habe,

 

jedes noch so kleine Wort

solle einen Namen tragen.

 

Dann würde jeder lesen können

wie es ist wenn ich sie schreibe.

 

Und du würdest in meinen Worten

nur noch deinen Namen finden.

- Alexander Kästel -

DICH FAST ALLES

Dich zu lieben

und dich zu denken

 

Dich zu suchen

und dich zu trinken

 

Dich berühren

und tief versinken

 

Um dich alles

und mich zu finden

- Alexander Kästel -

 

 

DIE AUFGABE ZU VERGESSEN

 

Die Aufgabe Dich zu vergessen

scheitert mit der Wahrscheinlichkeit

Dir im Treppenhaus zu begegnen.

 

Seit dem lauf' ich mehrmals

am Tage zum Briefkasten,

in den Keller,

zum Müll.

 

Nur um die Aufgabe

zu vergessen.

- Alexander Kästel -

 

DIE KURZE FLUCHT

 

Die kurze Flucht

in fremde Arme

 

In der Hoffnung

Dich zu finden

 

Die kurze Flucht

in diesem Dunkel

 

Mit dem Wissen

nichts zu finden

- Alexander Kästel -

 

DIE WUNDERBARE GROSSE

 

Dich zu vergleichen

mit der Galle,

die mir entfernt wurde

wäre dir gegenüber nicht Fair

 

Vielmehr wäre es

als hätten sie mich

ganz und gar ausgehöhlt

 

Eine leere Hülle ausgestopft

mit Fetzen von Erinnerungen

 

An eine Wunderbare Große ...

- Alexander Kästel -

 

 

DU NUR DU

 

Wenn du mich fragst:

"Was war das schönste in deinem Leben?"

 

Ohne Lügen, könnt ich sagen:

"Du - in allen Tagen."

- Alexander Kästel -

 

 

EIN LEBEN OHNE DICH

 

Ein Leben ohne Dich

kommt mir im Moment

so endlos leer und kalt vor.

 

Es heißt:

Mein ganzes,

noch kommendes Leben

ohne Dich.

 

Nicht eine Woche

oder einen Monat,

auch kein Jahr,

sondern das ganze Leben

bis ich sterbe.

 

Wenn ich vorher sterbe,

war mein Leben mit Dir

das längste.

 

Ich hab´ nicht mehr viel Zeit!

- Alexander Kästel -

 

 

EINE SEKUNDE

 

Mit jeder Minute glaube ich

zerbrechen zu müssen.

 

Zum Glück sind da 59 Sekunden,

die mich im Ganzen lassen.

- Alexander Kästel -

 

 

ER ...

 

Ersehnt.....

Erhofft.....

Erträumt....

Erwünscht...

Erfahren....

Erlebt......
Erkannt.....

Erlogen.....

 

Hätte eine andere Reihenfolge etwa

Erfreut…?

- Alexander Kästel -

 

 

FAST PERVERS

 

Liebe vergeht nicht von heute auf Morgen,

man muss sie sich abgewöhnen,

wie eine schlechte Angewohnheit.

 

Fast pervers in diesem Zusammenhang

von Liebe zu sprechen.

- Alexander Kästel -

 

 

FAST STILLSTAND

 

Mit jedem Tag

den du nicht

da bist

 

Vergeht der Wunsch

auf den nächsten

zu warten

 

In ein zwei Wochen

sollte meine Welt

still stehen

- Alexander Kästel -

 

 

FENSTER PUTZEN

 

Leuchtend hell schreit die Sonne

durch meine Fenster.

 

Stark getrübt

vom Dreck an ihnen.

 

Entscheide nun

ob ich mein Augenlicht

oder meine Aussicht

verlieren soll.

 

So oder so

werden wir uns

nicht wieder sehen.

- Alexander Kästel -

 

 

FEUER & EIS

 

Wie Feuer und Eis

Gut und Böse

Schwarz und Weiß

Liebe und Hass

 

Uns eint so wenig

würden wir nicht

hin und wieder

diese Rollen tauschen

- Alexander Kästel -

 

 

FRISS

 

Du frisst alles auf

was dir mein Herz

zum Fraße vorgeworfen hat

 

Nun Friss auch den Rest

von mir - den dein Herz

hier hat liegen lassen.

- Alexander Kästel -

 

 

GEGENSÄTZE

 

Im Gegensatz zu dir

habe ich gelernt,

Dinge, die unscheinbar sind

scheinbar wahr zu nehmen.

 

Im Gegensatz zu dir,

beneide ich dich ab und zu

um diese Gabe,

 

Dinge scheinbar

als unscheinbar

zu empfinden

- Alexander Kästel -

 

 

GIFTIGE WÄRME

 

Von giftigen Blattwerk umgeben,

wissentlich das es schaden wird.

Bedeckt von einem bitteren Hauch

Glückseligkeit, der wärmt

um das Herz zu vergiften.

 

Schlaf sicher ein

und sage dir:

 

WACH ENDLICH AUF!

- Alexander Kästel -

 

 

IMMER WEITER DENKEN MIT ZU

 

Im Denken allein

sich dem Schmerz

hinzugeben

zu erliegen

 

Nicht auszumalen

aufzuhören

an Dich

zu denken

- Alexander Kästel -

 

 

IN DUNKELSTER NACHT

 

Im Schutz der Dunkelheit

Wo keiner das Licht sehen kann

Was in mir versucht

Mich in Fetzen zu reisen

 

Greifst Du nach mir

Brichst mich auf

Geblendet von dem

Was ich zu schützen versuchte

 

Schamlos hell

Mit gleißendem Strahl

Verbrennt in mir die Sonne

Und lässt mich Momente lang

Im Kegel der Angst stehen

 

Sei mein Schild mein Schwert

Und schenk mir Schatten

Begrabe mich in Dir

Sonst kommt sie zurück

Noch viel heller - in dunkelster Nacht

- Alexander Kästel -

 

 

JOBANGEBOT

 

Eine Freundin sagte zu mir,

ich müsse mich lieben

um das Glück finden zu können.

 

Schade, dass der Job schon vergeben ist.

- Alexander Kästel -

 

 

KLEINE FLUCHT

 

Einfach gehen und alles hinter sich lassen

Wie oft entscheiden diese Dinge unser Tun

 

Statt dazubleiben und neu aufzubauen

Schaue ich beruhigt in die Ecke

 

Die Koffer sind noch gepackt

- Alexander Kästel -

 

 

KÖNNTE SEIN

 

Könnte sein das du mir fehlst,

Könnte sein das ich dich suche,

Könnte sein das wir uns lieben,

 

Könnte sein

wenn´s nicht so wär'.

- Alexander Kästel -

 

 

KOMPROMISSE

 

Unsere Standpunkte,

gespiegelt,

stehen fest,

 

Auf diesen,

die uns

die Welt

bedeuten.

 

Ein Kompromiss,

nur zwei

oder drei

Schritte,

 

Würden

jede Welt

ins trudeln

bringen.

- Alexander Kästel -

 

 

KONSERVE

 

Ich hätte besser

dieses Shirt von dir:

 

Nie anziehen

Nie waschen und

es in eine Plastikfolie

schweißen sollen

 

Um dich darin

zu konservieren

 

Ich hab' es angezogen

Hab's gewaschen

Und nicht nur

mit meinem Duft bestäubt

 

Ertappe mich wie ich benommen versuch'

noch dich darin zu riechen

- Alexander Kästel -

 

 

LIEBSTER GIOTTO

 

Vergiss alle Namen

Die ich dir gab

In mancher Nacht

Und verrat

Mir den einen

 

Nur mir

Ganz

Allein

 

Für hier

Und Heute

Und immer

Nur Dein

- Alexander Kästel -

 

 

LIVESHOW

 

Ab hier geht verloren,

was der Welt des Geldes

und der Macht

am Herzen

wuchert.

 

Ab hier ist

meine Welt.

 

Wo Münzen aus Tränen

und die mächtigsten die Liebenden sind.

 

Ab hier liegt mein Herz frei.

Seziert vom Wahnsinn.

 

Wahnsinn,

du bist Live dabei.

- Alexander Kästel -

 

 

MORGEN IST FEIERTAG

 

Schon der Versuch

daran zu denken

wie es wohl ist

Dich nach langer Zeit

erneut zu sehen

 

Lässt in mir

nur den Zustand

einer seltsamen

Ruhe zu

 

Ruhe vor dem Sturm

Morgen ist Feiertag

Die Vorräte reichen nicht

Ich sollte noch einkaufen

 

Seltsam

statt an Dich zu denken

mach ich mir Sorgen

ob der Kaffee reicht

- Alexander Kästel -

 

 

NEUN LEBEN

 

GrauSchwarzTiefer

FarbenRausch

MaltBilder

StummeSchreie

 

EinMoment

DerStille

NebenMir

BistDu

 

GrauSchwarzTiefe

ErInnerungen

AnDenLärm

InMir

 

ErWacht

ZumNeuenLeben

NeunNeueLeben

NehmIchMir

 

BisIch

FarbenFrohBunt

InEinemDavon

ErWachInDir

- Alexander Kästel -

 

 

NUR EIN WUNSCH

 

In der Zeit der größten Angst

fragte ich Dich

"Was wäre jetzt Dein Wunsch"

 

Zögernd überlegt

"ein Auto" sagtest Du

 

Schön zu wissen

Das Du meine Angst

nicht kennst

- Alexander Kästel -

 

 

SCHLAFLOS

 

Von der Nacht betäubt

In Träume gebunden

Unendliche Sehnsucht

Unendlich die Stunden

 

Süßes Gift im Körper

Gefangen im Sein

In der einen die Liebe

In der anderen Hand

Ein Stein

- Alexander Kästel -

 

 

SÜSSE LÜGEN

 

Im Ansatz dem Glauben entrissen

dass Du mir fehlen könntest

 

Die gleiche gähnende Leere

klafft wie eine süße Lüge

aus Deinen Augen

 

Was soll's

außer Dir

fehlt nichts

- Alexander Kästel -

 

 

TANTALUSQUAL

 

Das was bitter schmeckt

und sicher ist

Wird süßlich abgelöst

dass man vergisst

 

In langer Bitternis

War einst mein Herz

Süßlich abgelöst

Ein Stein der schmerzt

- Alexander Kästel -

 

 

TRAUMATA

 

Abgrundtief ist die Angst in meinen Augen

Tausend Meter tiefe Schächte

Hunderttausende Erinnerungen

Nur eine von Millionen glitzert

Die Gier verlangt nach ihr

 

Zu spät -

Ausgelöst!

- Alexander Kästel -

 

 

UMGEDREHT

 

Wenn man Liebe einmal umdreht

um anders zu empfinden.

In der Hoffnung dass dies Empfinden

einem besser täte.

 

Ich würd´ statt Angst nur "ebeiL" fühlen.

- Alexander Kästel -

 

 

VERLORENER GLAUBE

 

Glauben heißt für mich,

sich an etwas festhalten

was man nicht genau weiß.

 

Ich bin froh darum,

Dich zu wissen

statt an Dich zu glauben

- Alexander Kästel -

 

 

VERMISSTE DINGE

 

Heute standest Du vor meiner Tür,

fragtest, ob Du was holen darfst.

Deinen Rasierer, drüben im Bad,

den hast Du noch vermisst.

Ich denk nun hast Du alles,

hab nichts gesagt.

Ohne Blicke gab ich Dir,

wonach du verlangst.

Schloss die Tür

mit leichter Hand

und schwerem Herzen.

Ich bin noch hier,

rief es ganz leis'

und dumpf

schallt es

durch den

leeren

Flur.

 

Erinner' Dich

Ich bin

noch

hier.

- Alexander Kästel -

 

 

WAHLLOSES ENDE

 

Wenn ich die Wahl hätte,

noch einmal neu anzufangen.

 

Ich wollt da beginnen

wo alles endet.

- Alexander Kästel -

 

 

WIE ES MAL WAR

 

Ich sitze am Anfang

ein wenig versetzt

nicht ganz genau so

wie es mal war.

 

Beobachte den leeren Tisch

und mit der Zeit,

sehe ich uns da sitzen.

Wie es mal war.

 

Es war ein Tag wie heute,

nur viel heißer

und in der Luft

lag so ein magischer Duft.

 

In deinen Augen,

die Hoffnung

und in meinen,

ich war geblendet von Dir.

 

Ich komme morgen wieder,

und vielleicht,

wenn es denn geht

sitz ich dann hier.

- Alexander Kästel -

 

 

DIE AUFERSTEHUNG DER LIEBE

 

Lieblos leben?

Dann doch besser

Leblos lieben!

 

Süßlich steigt Leben

Aus dem kalten Grab

 

Und es stinkt

Zum Himmel

- Alexander Kästel -

 

 

ZWEITAUSEND UND 33 JAHRE

 

1000 Jahre ward mein Leiden

Zitternd schmerzlich fast gewollt

Erfleht Erlösung hin zum Scheiden

Bis mein Wort im Nichts verrollt

 

1000 Jahre musst ich weinen

Sog mich aus und wurde wüst

Ließ keine Träne mehr den meinen

Bis dass der trocken Tod mich grüßt

 

1000 Jahre werd ich leben

Werde lachend

Liebend

Schrei’n    

 

Den kleinen Rest davon

Den werd ich:

Nur mit Dir

Von Herzen sein.

- Alexander Kästel -

 

 

VON SCHLANGEN UND MENSCHEN

 

Lügen haben kurze Beine...
... deshalb haben Schlangen keine?

Wär' der Mensch nur halb so ehrlich...
... Wär'n selbst die bei uns entbehrlich!

- Alexander Kästel -

 

 

SIEBEN BILDER TIM

 

Ich seh' Deine Bilder
Sieben Stück an der Zahl
Und ich kann es nicht fassen

Sie weder Greifen
Noch den Versuch
Dies zu lassen

- Alexander Kästel -

 

 

DIE NICHT-ENDENDE LIEBE

 

Da wir uns nicht
lieben können

Und da wir uns auch nicht
nicht lieben können

Wär’ der beste Weg
nicht zu lieben

Wenn wir uns schon
nicht lieben können ​

- Alexander Kästel -

 

 

TRAUMGESCHLACHTET

 

Im Traum
lag ich da:
Gefallen in
der Schlacht.

TraumSchlachten
Hausgemacht
Traum- ge - Schlachtet
Frisch am Stück!!!  

Mein Traum liegt frei
und starb zum Glück! ​

- Alexander Kästel -

 

 

WEIN UND SEIN

 

Auf die Frage, ob wir am Abend gesellig etwas trinken wollen.

Ich geh nun fotografieren 
und habe gar keinen Wein, 
 

Dann werd’ ich weit marschieren.
Und heute Abend 
so hoff ich doch. 

Ganz fürchterlich 
(und) müde sein. 

- Alexander Kästel -

 

 

SIEBEN BILDER II

 

Ich kann sie nun fassen
Die sieben Bilder.
Mein Herz!

Weißt du noch?

Ich sollt sie nun lassen
Die sieben Bilder
Mein Schmerz!

Das weißt du doch!

Zieh durch dunkle Gassen
Such neue Bilder dir.

In meinem Herz
Was bleibt?
Du - für immer hier!

- Alexander Kästel -

 

 

VOM STERBEN DER HERZEN IM WIND

 

Schrie Er:
Es sei vollbracht!!!

Der Wind!!!

Er nahm ihm
Erst das Herz
Dann die Arme
Und den Kopfe ab

Schwankt er da
Mitnichten Pracht

Der Wind!!!
 
Er jammert
Heult
Und tobt

Er ließ sich tragen

in der Not  

- Alexander Kästel -

 

 

DIE GOLDENEN FALLEN

 

Es ertrinkt mein Herz in Traurigkeit,
zu sehen wie sie fallen.
Sie fallen wie die Tage hin,
wie die, die bald die Nacht verlangen.

Zu sehr geweint hab ich um sie.
Um jedes einzelne von ihnen.
Zu hunderten.
Es fallen alle!

Man trug sie weg,
fegt sie zusammen.
Gepresst hab ich das eine nur,
für immer in mein Herz gefangen.

- Alexander Kästel -

 

 

DAS WAS IRRE TUN

 

Niemals geben,
geben wir
den Irren
einen Grund.
Am Zweifeln
und am Tun,
von dem,
was ganz
normale Irre
tun.

- Alexander Kästel -

 

 

HERBSTZEITLOSEN

 

Es ist nicht mein Wunsch
dem müden alten Herbst
auch nur eine kleine
weiche Träne nachzuweinen.

Wenn – dann nur die eine:
Die Deine!

Die so spät im Jahr 
erst blühte.

Und mit voller herzenswärmster Güte
an mir, in mir und durch mich verglühte.

- Alexander Kästel -

 

 

DAS KLOPFEN

 

Wenn wir: Erstmals
im Trubel dieser Zeit
verweilten – und nicht
wie viel zu oft – im Gleichschritt
mit dem Wahnsinn eilten

Wenn wir ausruhen würden – Ganz stille steh`n
Dann kannst vielleicht auch Du`s vernehmen  

Mein kleines – leises schwaches Klopfen
Frei von Leiden – frei vom Schmerz
Wie es pocht – Als honigsüße Tropfen
An Deinen Pforten – In Dein Herz

- Alexander Kästel -

LIEBESLIED AUF ABWEGEN

Die Tage werden grauer
müder – leer.
Das Leben und das
Herz – wiegt schwer.

 

Mit letzter Kraft
erreicht es mich,
Dein leises Wort:
„Ich liebte Dich“.

 

Du liebtest mich?
Dann bleib ich fort!
Verweil’ mit dir
an diesem Ort.

Wo Du mein Herzensfeuer schürst
und meine Seele wohl berührst.

- Alexander Kästel -

 

 

VON EINFACHEN WÄNDEN ...

 

Träumst mit mir
so gut du kannst
Nimmst mich tapfer
bei der Hand  

Rennst mit mir
so schnell du kannst
Meinst mich sicher
an der Hand
 

Läufst und läufst
und siehst sie nicht
An deiner Hand
zerbreche ich

Denn du kannst
durch Wände fliegen
Eilst hindurch

nur ich bleib liegen

Manche hörten dumpf nen Knall
Der Notarzt  kommt,
bedauert sehr:
Einfacher Frontalaufprall

- Alexander Kästel -

 

 

AUF DER SUCHE NACH

 

Wartend auf den großen Knall.
Auf einen Lichtstrahl:   
Donnerhall!

Sagt du mir:
Ich könnt`s nicht sehen.

Lässt mich doch
Inmitten stehen.

- Alexander Kästel -

 

 

HERZENSMOHNMOMENTE

 

Fein,
wie ein
rotsamtenes, entfachendes
Feuer im Herzen.

Flattrig im Wind.
Voller Sehnsucht.
So voll schon
an Schmerzen.

So zart,
so rot,
so lieb, (Ach – wie lieb.)
So klein.

Sollst nie ohne mich,                                                                           
niemals mehr!
Sollst du ...

... auch nur einen,
den klitze, den kleinsten
Herzensmohnmoment
alleine sein.

- Alexander Kästel -

 

 

AM MEER

 

Schön: Zu sehen,
wie die Jahre:
Im Lauf der Zeit – der Brandung
seicht verlanden.

Sich verformten – uns verstanden.
Sich in unsre Herzen bannten.  

Schön: Zu sehen,
wie all dies, heimlich – doch geschah.

Wie zwei Steine – die am Strand
sich reiben an den Wellen.
Dicht an Dir – an Deiner Hand.
Erst zu Kiesel – bald zu Sand.

- Alexander Kästel -

 

 

LIEBE KANN DOCH FLIEGEN

 

Die Liebe ist uns weggeflogen,
fühl’n uns beide sehr betrogen.

 

Ich hab sie noch - tönt`s leis
Du denkst: „Ich auch!“.
Und ich: „Ich weiß“.

Doch: Finden kein Betrüger.
Und sind am Ende
jenen Tages - Beide

kein Deut klüger.

- Alexander Kästel -

 

 

KLIENSEIN

Klein und
Schwach

Ein Hauch Sein
im Nichts der
Gewalten Zeit

Verglichen mit
Aller Über- und Un-
Menschlichkeit

An Dir – will
Ich mich messen
Allein

Darf nun hin
und wieder
Menschlich

Klein
Schwach und sein

- Alexander Kästel -

 

 

DIE WELT

Die Welt wird mir immer
das Raubtier bleiben,
wie sie sich mir vorgestellt hat.

Vorgestellt habe ich mir
das anders.

- Alexander Kästel -