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PROJEKTE

A GOOD POET USES THE PEN AS A TOOL FOR HIS MIND
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Judith Urmes

Aktuelle und vergangene Projekte. Ausstellungen, Veröffentlichungen, neue Arbeiten und solche, denen ich einen besonderen Stellenwert beimesse, die mir am Herzen liegen. Eine Auswahl.

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LEBENSZEICHEN II Eine medial-partizipative Arbeit von Alexander Kästel

Projektart

Fotografie, Projektion & partizipative Rauminstallation

Datum

Januar 2022

Ort

CityKirche Konkordien Mannheim

Art

Gemeinschaftsausstellung mit Fritz Stier zur 25 jährigen Vesperkirche Mannheim

Fotos

Alexander Kästel

Inmitten des Altarraums ist ein großer weißer Kubus dominant platziert. Erstmal wie ein provozierender Fremdkörper anmutend, besetzt er sozusagen das Allerheiligste der Kirche und erregt Aufsehen.

„Aufsehen“ ist aber auch das doppelbödige Motto der diesjährigen Vesperkirche. Einerseits ein Jubiläum, das es zu feiern gilt, andererseits ein schändlich trauriges Spiegelbild einer, auch nach langen 25 Jahren, immer noch nahezu unveränderten Wirklichkeit voller Armut und Entbehrung.

Das genannte Motto will aber nicht nur Aufsehen erregen, um auf Missstände zu verweisen, sondern auch die zahlreichen Betroffenen ermutigen den Kopf zu heben und aufzusehen. So möchte auch der weiße Kubus, ähnlich wie die Flüsterwand, den Besucher*innen die Möglichkeit bieten sich zu äußern.

Innerhalb des White Cube steht der Altar. Darauf ein großformatiges Buch mit leeren Seiten. Ganz oben stehen jeweils Fragen, wie zum Beispiel nach einer Titelüberschrift, die man seiner eigenen Lebensgeschichte geben würde. Oder die Frage nach dem größten Traum, den man sich noch gerne erfüllen würde. Vielleicht aber auch, was einen am meisten ärgert usw. Hier gilt es ehrliche, kurze Antworten aufzuschreiben und damit öffentlich zu machen, denn das Geschriebene wird per Videokamera nach außen groß projiziert. Schamlos und unzensiert. Das braucht Mut, eröffnet aber auch die Chance einmal aufzusehen und für die Anwesenden ein Thema zu setzen und damit zum Gespräch anzuregen. Ein Gästebuch der besonderen Art.

25 Jahre Vesperkirche: Der Himmel auf Erden, ein Fest das wir feiern. Wie ein hochseetaugliches Schiff inmitten von Winterwinden, Untiefen, Schneegestöbern und langen, dunklen Nächten mit einer 500-Seelen-Besatzung, die versucht, sicher ans feste, ans lichte Land zurück zu kommen.

Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben, das kann nur Licht ...
Martin Luther King

25 Jahre Vesperkirche sind eine Mahnung an unsere Stadt, an unseren Staat, ein lauter Ruf in unsere Gesellschaft hinein. In unsere warmen Wohnungen und an unsere satten Bäuche, an die baumelnden Seelen, die sich im eiskalten Januar oft schon an Strände, Seen, Berge und ferne, warme Länder träumen.

Vesperkirche ist wie ein Aufwachen nachts um 4 - aus einem Alltag, in dem wir uns zu oft um uns selber drehen müssen oder wollen - in eine fatale, in eine andere Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit, die durch ein warmes Essen, durch eine Tasse Kaffee mit viel, viel Zucker, mit einem lieben Wort von Anderen schon ein bisschen erträglicher wird. Noch nicht wunderschön. Aber es reicht, um noch einen Tag zu erhoffen, vielleicht einen, an dem die Wohnung in Aussicht steht, einen Tag, der wieder licht ist, einen, an dem man ohne Sorgen einschläft, einen Tag ohne Schmerzen, ohne Sucht und ohne Angst, ohne Wut. Angst vor Euch und Wut auf uns selbst. Einen Tag, wo wir alle Geschwister sind auf einer viel zu zerbrechlichen Welt.

Wir ... DU bist der Kit, der sie zusammenhält.

HERZKAMMER
oder LEBENSZEICHEN II

Seit nun schon 10 Jahren begleitet Alexander Kästel die Vesperkirche. Einmal dabei gewesen, gesehen und verstanden zu haben, lässt, so der in Mannheim bisher fotografisch wirkende Künstler „einen nicht mehr los“.

Es geht um gesehen werden, um nicht übersehen zu wer- den. Es ist der Wunsch nach Gerechtigkeit, der uns dabei antreibt. Ermutigung, Empowerment, Aufstehen - nicht vor Scham und Angst resignieren, auf einem Weg eines oft steinigen Lebens. Hilfewollen: Sich zeigen, dies äußern können - Hilfe bekommen. Dieses da sein dürfen - was wir von der Gesellschaft so fürchterlich erbitten, sie sollte es verschenken, unsere Gesellschaft.
Bedingungslos - uns allen.
Nehmen Sie den Stift innerhalb des Kubus, teilen Sie sich uns mit - unmittelbar.