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PROJEKTE

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Judith Urmes

Aktuelle und vergangene Projekte. Ausstellungen, Veröffentlichungen, neue Arbeiten und solche, denen ich einen besonderen Stellenwert beimesse, die mir am Herzen liegen. Eine Auswahl.

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STAND DER DINGE | Ausstellung im Rosengarten

Projektart

Fotografie & Rauminstallation

Datum

Dezember 2023

Ort

Rosengarten Mannheim

Art

Gruppenausstellung, Jahresschau des Künstlerbundes, u.a. mit Fritz Stier

Fotos

Alexander Kästel

UMVERTEILT
Meine im Vorfeld der Ausstellung gefassten Worte zu dieser Wandarbeit und Rauminstallation sind im Katalog zu lesen. Meine Intensionen generell zum Thema Umverteilung sind noch dieselben, jedoch erkannte ich den Zusammenhang der zwei Arbeiten erst nach dem Aufbau vor Ort vollkommen.

Natürlich haben Umverteilung und der Prozess des Umverteilens, um letztendlich einen Zustand zu erreichen, den man Umverteilt nennen kann, etwas mit Hinsehen, mit Achtung, mit Würde, mit Rücksicht und sehr viel mit Gerechtigkeit zu tun.

UMVERTEILT ist auf keinen Fall eine Arbeit, die ein fertiges Resultat präsentiert, sondern sie ist der utopische Prozess dahin. Ich beobachtet die Menschen, wie sie sich der Rauminstallation näherten. Die neun Stehlen standen so verteilt, dass zwar Platz war um durch sie hindurchzugehen, aber der Platz war eng bemessen. Die kleinen Arbeiten unter Acrylglas hingen fragil an den dünnen, 180 cm hohen Stäben. Magnetisch befestigt reagierten sie auf die Menschen in ihrer Nähe.

Von einem sich gar nicht nah herantrauen, über einen sanften, fast schon verboten wirkenden Gang durch die Arbeit, bis hin zu Personen mit Rucksack auf dem Rücken – ich war an Filmszenen aus Godzilla erinnert – und einigen mit 2 Gläsern Sekt in den Händen, die einfach nur den kürzesten Weg zwischen ihrem Standort und Zielort mitten durch die Arbeit schlugen.

Die meisten aber, fanden in den mehrdimensionalen Aufbau, dass, was auch mich am meisten beindruckte. Beim Betrachten einzelner Arbeiten und einer gleichzeitigen Bewegung an ihnen vorbei. Erinnerte das an einem Vorbeilaufen an einem Wald, der immer wieder zwischen den Stämmen erkennen lässt, oder am hektischen Vorbeiziehen der Menschen in einer überfüllten Fußgänger*innenzone. So viele Eindrücke gleichzeitig, die es erschweren bei einem Motiv zu bleiben. Ablenkungen, sogenannte Nebelkerzen. Die neun kleinen Arbeiten allein schon, sorgten in ihrer Aufnahmetechnik, für ein gewisses Durcheinander beim Betrachten. Aus je neun Aufnahmen in weniger als einer Sekunde - mit dem Ergebnis eines bis zu 800 Megabyte großen Bildes – letztendlich nur auf 20 x 15 cm belichtet, ergibt ein diffuses Abbild. Ein Versuch etwas zu ordnen, was so viel größer ist.

Diese Prozesse allein, erinnern an den Prozess der Umverteilung. Gerechtigkeit sagen ist einfach, sie herzustellen wesentlich komplexer.

Die neun Stehlen verdeckten die freie Sicht auf die große Wandarbeit. Man musste sich entweder zu ihr durcharbeiten, oder über Umwege, dafür aber ohne Hürden, sich ihr annähern. Um dann erst zu erkennen, dass diese Arbeit Abstand braucht und gleichzeitig die absolute Nähe sucht.