SEHNSUCHT

Weit, sehr weit entfernt von Dir

Bin ich in der Fremde

Weit entfernt von meiner Seele

Komm mit dem Ostwind,

Aus dem Morgenland

Täler und Städte in der Dämmerung durchquerend

Bring mir eine handvoll Bergwasser

Und eine Hand voll heimatlich duftender Erde

als Geschenk, in deinen zarten Händen

Bist du bei mir, schließe deine Gazellenaugen

Vor der Kälte.

In der Fremde schmerzt sie anders.

Kommt offen aus dem Hinterhalt

Leg dir meine Hand über deine Augen

Dann schlag sie, so beschattet, so geschützt wieder auf

Spiel für mich auf der Hirtenflöte

Bereite das Wild zu,

Tanze die alten Tänze

Singe unsere Kinderlieder

Und ahme die Zicklein nach

Noch einmal in der Heimat sein

Oh Sehnsucht, Sehnsucht



NOSTALJIYA


Dûr, pir ji te dûr

Ma ez li welatekî biyanî me

Ji giyanê min dûr e

Bi bayê rojhilat re werin

Ji Rohilatê

Di êvarê de gelî û bajaran derbas dikin

Desteyek ava çiyê ji min re bîne

A desteyek axê ku bêhna malê lê tê

wekî diyariyek, di destên weyên nermik de

Ma tu bi min re yî, çavên gazela xwe bigire

Ji serma.

Li welatekî biyanî ew cûda diêşe.

Ji kemînê vekirî werin

Destê min deyne ser çavên xwe

Dûv re dîsa vekin, wusa şemitokî, wusa parastî

Ji min re bilûrê şivan bilîze

Lîstikê amade bikin

Reqsên kevn bikin

Rêzikên me yên nexşeyê bistirên

Im zarokan teqlîd bikin

Ku carek din li malê bim

Ax hesret, hesret



ÖZLEM


Senden çok uzak

Ben yabancı bir ülkede miyim

Ruhumdan uzak

Doğu rüzgarıyla gel

Doğudan

Alacakaranlıkta vadileri ve şehirleri geçmek

Bana bir avuç dağ suyu getir

Ve ev kokan bir avuç toprak

şefkatli ellerinde bir hediye olarak

Benimle misin ceylan gözlerini kapat

Soğuktan.

Yabancı bir ülkede farklı şekilde acıtıyor.

Açıkça pusuya gel

Elimi gözlerinin üzerine koy

Sonra tekrar aç, çok gölgeli, çok korumalı

Benim için çoban flütü çal

Oyunu hazırlayın

Eski dansları yap

Tekerlemelerimizi söyleyin

Ve çocukları taklit edin

Bir kez daha evde olmak

Oh hasret, hasret

Anmerkung: Ich wurde in jenem Land geboren, du hier. Ich hierhergekommen, wo du schon warst. Ich fürchte um mein Leben, du um deinen Wohlstand. Teile mit mir, was meinem Land zuvor geraubt wurde. (N.Telek)


Nazif Telek (* 3. Februar 1957 in Bitlis, Türkei; † 29. September 2007 in Düsseldorf) war ein deutscher Schriftsteller. Er bezeichnete sich selbst als „ein Baum mit kurdischen Wurzeln, türkischem Stamm und deutschen Ästen“.


SEHNSUCHT

- Nazif Telek -


Rezitation: Phillip Schepmann


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