DAS VERSÄUMNIS

Viel zu wenig kenne ich die Bäume,

Die vor meinem Fenster stehn und rauschen,

Viel zu selten baun sich meine Träume

Nester, um die Winde zu belauschen,

Und des Himmels Silberwolkenspiele

Gehn vorüber, ohne mich zu trösten -

Ganz vergessen habe ich so viele

Wunder, die mir einst das Herz erlösten

- Ina Seidel -

NACHTRAG zur Autorin Ina Seidel:

In der Zeit des Nationalsozialismus


Seidel identifizierte sich bald mit der Ideologie des Nationalsozialismus. Im Oktober 1933 gehörte sie zu jenen 88 Schriftsteller*innen, die das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Hitler unterschrieben.


Am Führerkult beteiligte sie sich mit ihrem Gedicht Lichtdom. Seidel schrieb anlässlich des 50. Geburtstags des Massenmörders am 20. April 1939 unter der Rubrik „Deutsche Dichter huldigen dem Führer“ und der Überschrift „Der lebendige Pol in unsrer Mitte“. (Quelle: Wikipedia)


- Die meisten bekannten Dichter*innen kenne ich, bei weniger Bekannten überfliege ich kurz die Biografie. Sowas wie in dem Fall – sowas sollte nicht passieren. Das zeigt mir nun selber um so mehr, dass wir immer weiter aktiv erinnern müssen, aufklären, auch nachforschen. Nicht alles was gut klingt ist gut. -

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