5. MRZ 2022 MANNHEIM

#STANDWITHUKRAINE

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»WAS MAN MIT GEWALT GEWINNT,
KANN MAN NUR MIT GEWALT BEHALTEN«
- Mahatma Gandhi -

MANNHEIM, Samstag 5. März 2022
Schweigemarsch und Friedenskundgebung vom Alten Messplatz zum Ehrenhof des Schlosses Mannheim

GLÜCK

Wir hatten Glück,
wir waren in der Küche
Die Rakete ging ins Wohnzimmer.
Meine Frau und mein Ältester
haben gebrochene Beine,
meine jüngste haben sie

weggebracht

- ein ukrainischer Familienvater  -

Ich bin schon wieder so müde, ich hab es schon wieder so satt. Krieg, fast schon an der eigenen Haustüre, Angst und Not, Sorgen, Bangen und Hoffen. Bei den Menschen in der Ukraine ist der Krieg direkt an der Haustür, er ist schon lange im Haus, in den Zimmern und der Küche, im Keller und im einst warmen Bett.

 

Mannheim rief am 5. März zu einer Demonstration auf. Und auf Mannheim ist verlass, wenn es brennt in der Welt - wenn es ein Zeichen braucht, steht Mannheim auf. Das, und ich wiederhole mich gern an dieser Stelle - das ist, was ich an unserer Stadt so liebe und schätze, wofür ich alle die da waren symbolisch umarme.

 

Und nicht nur die Mannheimer*innen - ein Schweigemarsch aus Ludwigshafen traf ebenfalls am Ehrenhof des Schlosses ein, der unter Coronabedingungen nur 6000 Menschen aufnehmen durfte. Es kamen weitaus mehr.

 

Wir sagen nein zu Putins Krieg. Nein zu diesem Despoten, dem Tyrannen. Wir stehen den Menschen der Ukraine solidarisch zur Seite. Nicht nur mit dieser Demo, nicht nur mit Worten - sondern auch mit Taten, denen nun weiter folgen müssen.

Habt keine Angst!

Wir stehen zusammen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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DER KRIEG

 

Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,

Aufgestanden unten aus Gewölben tief.

In der Dämmrung steht er, groß und unbekannt,

Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.

 

In den Abendlärm der Städte fällt es weit,

Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,

Und der Märkte runder Wirbel stockt zu Eis.

Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß.

 

In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht.

Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.

In der Ferne ein Geläute dünn

Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn.

 

Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an

Und er schreit: Ihr Krieger alle, auf und an.

Und es schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt,

Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt.

 

Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut,

Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut.

Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt,

Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt.

 

Über runder Mauern blauem Flammenschwall

Steht er, über schwarzer Gassen Waffenschall.

Über Toren, wo die Wächter liegen quer,

Über Brücken, die von Bergen Toter schwer.

 

In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein

Einen roten Hund mit wilder Mäuler Schrein.

Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt,

Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.

 

Und mit tausend roten Zipfelmützen weit

Sind die finstren Ebnen flackend überstreut,

Und was unten auf den Straßen wimmelt hin und her,

Fegt er in die Feuerwälder, daß die Flamme brenne mehr.

 

Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,

Gelbe Fledermäuse zackig in das Laub gekrallt.

Seine Stange haut er wie ein Köhlerknecht

In die Bäume, daß das Feuer brause recht.

 

Eine große Stadt versank in gelbem Rauch,

Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.

Aber riesig über glühnden Trümmern steht

Der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht

 

Über sturmzerfetzter Wolken Widerschein,

In des toten Dunkels kalten Wüstenein,

Daß er mit dem Brande weit die Nacht verdorr,

Pech und Feuer träufet unten auf Gomorrh.

- Georg Heym -