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LYRIC BLOG 

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- William Albert Allard -

MEIN LYRIK BLOG 

Seit Jahren schon verbinde ich Literatur, Lyrik und Gedichte mit den dazu passenden Motiven. Es ist mir eine Freude und die Texte sind mir Freunde, die sich manchmal - auf wundersame Art und Weise mit manchen meiner Arbeiten verbinden. 

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Mit allen duftsüssen Scharlachblumen

Hat er mich gelockt,

Keine Nacht mehr hielt ich es im engen Zimmer aus,

Liebeskrumen stahl ich mir vor seinem Haus

Und sog mein Leben, ihn ersehnend, aus.

Es weint ein blasser Engel leis' in mir

Versteckt - ich glaube tief in meiner Seele,

Er fürchtet sich vor mir.

Im wilden Wetter sah ich mein Gesicht!

Ich weiß nicht wo, vielleicht im dunklen Blitz,

Mein Auge stand wie Winternacht im Antlitz,

Nie sah ich grimmigeres Leid.

... Mit allen duftsüssen Scharlachblumen

Hat er mich gelockt,

Es regt sich wieder weh in meiner Seele

Und leitet mich durch all' Erinnern weit.

Sei still, mein wilder Engel mein,

Gott weine nicht

Und schweige von dem Leid,

Mein Schmerzen soll sich nicht entladen,

Keinen Glauben hab' ich mehr an Weib und Mann,

Den Faden, der mich hielt mit allem Leben,

Hab' ich der Welt zurückgegeben

Freiwillig!

Aus allen Sphinxgesteinen wird mein Leiden brennen,

Um alles Blühen lohen, wie ein dunkler Bann.

Ich sehne mich nach meiner blind verstoss'nen Einsamkeit,

Trostsuchend, wie mein Kind, sie zu umfassen,

Lernte meinen Leib, mein Herzblut und ihn hassen,

Nie so das Evablut kennen

Wie in Dir, Mann!


- Else Lasker-Schüler -

MEIN DRAMA

- Else Lasker-Schüler -


Rezitation: Hannelore Elsner

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,

Es kracht der Schnee von meinen Tritten,

Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;

Nur fort, nur immer fortgeschritten!


Wie feierlich die Gegend schweigt!

Der Mond bescheint die alten Fichten,

Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,

Den Zweig zurück zur Erde richten.


Frost! friere mir ins Herz hinein,

Tief in das heißbewegte, wilde!

Daß einmal Ruh mag drinnen sein,

Wie hier im nächtlichen Gefilde!


- Nikolaus Lenau -

ARTIST: Philipp Harth

"TIGER" – Bronze 1936 Kunsthalle Mannheim


WINTERNACHT

- Nikolaus Lenau -


Rezitation: Jürgen Fritsche

Viel zu wenig kenne ich die Bäume,

Die vor meinem Fenster stehn und rauschen,

Viel zu selten baun sich meine Träume

Nester, um die Winde zu belauschen,

Und des Himmels Silberwolkenspiele

Gehn vorüber, ohne mich zu trösten -

Ganz vergessen habe ich so viele

Wunder, die mir einst das Herz erlösten

- Ina Seidel -

NACHTRAG zur Autorin Ina Seidel:

In der Zeit des Nationalsozialismus


Seidel identifizierte sich bald mit der Ideologie des Nationalsozialismus. Im Oktober 1933 gehörte sie zu jenen 88 Schriftsteller*innen, die das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Hitler unterschrieben.


Am Führerkult beteiligte sie sich mit ihrem Gedicht Lichtdom. Seidel schrieb anlässlich des 50. Geburtstags des Massenmörders am 20. April 1939 unter der Rubrik „Deutsche Dichter huldigen dem Führer“ und der Überschrift „Der lebendige Pol in unsrer Mitte“. (Quelle: Wikipedia)


- Die meisten bekannten Dichter*innen kenne ich, bei weniger Bekannten überfliege ich kurz die Biografie. Sowas wie in dem Fall – sowas sollte nicht passieren. Das zeigt mir nun selber um so mehr, dass wir immer weiter aktiv erinnern müssen, aufklären, auch nachforschen. Nicht alles was gut klingt ist gut. -

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