MEIN LYRIK BLOG 

Seit Jahren schon verbinde ich Literatur, Lyrik und Gedichte mit den dazu passenden Motiven. Es ist mir eine Freude und die Texte sind mir Freunde, die sich manchmal - auf wundersame Art und Weise mit manchen meiner Arbeiten verbinden. 

Viel Freude beim Lesen

und Betrachten - hier oder auf Facebook, Instagram und Twitter. 

Der den Tod auf Hiroshima warf

Ging ins Kloster, läutet dort die Glocken.

Der den Tod auf Hiroshima warf

Sprang vom Stuhl in die Schlinge, erwürgte sich.

Der den Tod auf Hiroshima warf

Fiel in Wahnsinn, wehrt Gespenster ab

Hunderttausend, die ihn angehen nächtlich,

Auferstandene aus Staub für ihn.


Nichts von alledem ist wahr.

Erst vor kurzem sah ich ihn

Im Garten seines Hauses vor der Stadt.

Die Hecken waren noch jung und die Rosenbüsche zierlich.

Das wächst nicht so schnell, dass sich einer verbergen könnte

Im Wald des Vergessens. Gut zu sehen war

Das nackte Vorstadthaus, die junge Frau

Die neben ihm stand im Blumenkleid

Das kleine Mädchen an ihrer Hand

Der Knabe, der auf seinem Rücken saß

Und über seinem Kopf die Peitsche schwang.

Sehr gut erkennbar war er selbst

Vierbeinig auf dem Grasplatz, das Gesicht

erzerrt von Lachen, weil der Photograph

Hinter der Hecke stand, das Auge der Welt.


- Marie Luise Kaschnitz -

HIROSHIMA

- Marie Luise K aschnitz - THENODY TO THE VICTIMS OF HIROSHIMA

- Penderecki -

Nun hebt das Jahr die Sense hoch

und mäht die Sommertage wie ein Bauer.

Wer sät, muss mähen.

Und wer mäht, muss säen.

Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer. (…) Wann reisten sie? Bei Tage kaum.

Stets leuchteten sie golden am Stakete.

Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?

Nachts, als der Duft vom Lindenbaum

an ihnen abschiedssüß vorüberwehte? (…) Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.

Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,

ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.

Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!

Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.



- Erich Kästner -


Einer meiner liebsten Autor*innen – und nicht nur weil ich ihm oft so nahe war – im Wort und im Bild. Dazu auch noch eines meiner Lieblingsmotive. Es ist schon ein paar Jahre her, aber es war ein Sommer wie er diese Tage war – heiß - keine Wolke am Himmel. Da ergeben sich manchmal Bilder fast von Ewigkeit.

Heinz Rühmann spricht „DER AUGUST“

von - Erich Kästner -



Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn,

wirf mir die Ohren zu: ich kann dich hören,

und ohne Füße kann ich zu dir gehn,

und ohne Mund noch kann ich dich beschwören.

Brich mir die Arme ab, ich fasse dich

mit meinem Herzen wie mit einer Hand,

halt mir das Herz zu, und mein Hirn wird

schlagen,

und wirfst du in mein Hirn den Brand,

so werd ich dich auf meinem Blute tragen.


- Rainer Maria Rilke -

LÖSCH MIR DIE AUGEN AUS

- Rainer Maria Rilke -